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Notfalltraining im ERI

24.04.2013 Notfalltraining im ERI; die WN berichtet

Der Puls hört auf zu schlagen, das Herz steht still – jetzt darf keine Zeit vergeudet werden. Schon wenige Minuten ohne Sauerstoff können Schäden im Gehirn verursachen. Bereits nach fünf Minuten können diese Schäden für das Gehirn irreparabel werden.

Im Ernstfall zählt jede Sekunde: Umso wichtiger ist es, diese Notsituationen immer wieder zu üben, jeden Handgriff zu verinnerlichen.

Auch viele Mitarbeiter in Krankenhäusern sind nicht tagtäglich mit solchen Situationen konfrontiert, zumal, wenn sie nicht direkt im medizinischen Bereich tätig sind. Damit jedoch in Notsituationen auch sie Menschenleben retten oder vor dauerhaften Schäden bewahren können, hat das St.- Antonius-Hospital jetzt ein neues internes Fortbildungsprogramm für Notfalltraining initiiert.

„Damit unsere Ärzte und das speziell geschulte medizinische Personal auf dem neuesten Stand der Notfallmedizin bleiben und auf Notfälle wie etwa eine Reanimation optimal reagieren können, wird ein sogenanntes Megacode-Training angeboten. Aber auch alle anderen Mitarbeiter möchten wir auf solche Situationen vorbereiten – denn jeder kann Leben retten“, erklärt Uwe Wyckelsma, Anästhesist und Notfallmediziner.

In dem speziellen Trainingsprogramm lernen die Mitarbeiter der Klinik und der Altenhilfe, schnell und effektiv zu handeln. Mit erheblichem personellen und materiellen Aufwand ist so ein Weiterbildungsangebot entstanden, das seit November 2012 regelmäßig unter der Leitung von Wyckelsma in Zusammenarbeit mit ärztlichen Kollegen sowohl der Anästhesie als auch der Inneren Medizin und mit speziell ausgebildeten Fachpflegekräften im neuen Schulungszentrum realisiert wird.

Das bisherige Ergebnis kann sich sehen lassen: Rund 300 Teilnehmer wurden bisher „trainiert“. Und das Interesse ist da: Die Anmeldeliste für das letzte Training im April war bereits lange im Voraus ausgebucht.

Rund zwei Stunden dauert das Training, das mit einem kurzen Überblick über die Theorie der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnt. Anschließend folgt ein praktischer Teil, in dem reichlich Übungsmöglichkeiten in Kleingruppen angeboten werden: Herzdruckmassage, Einsatz von Atemwegshilfen, Umgang mit Defibrillatoren und vieles mehr.

Speziell für dieses Trainingsprogramm sind Reanimationsphantome sowie eine sogenannte Megacodepuppe erworben worden, die das Üben verschiedener Situationen und Vorgehensweisen ermöglichen. Um zukünftig die Ausbildungstechniken weiter zu verbessern, wird den Mitgliedern des Trainingsteams die Teilnahme an speziellen Weiterbildungsseminaren ermöglicht. So wird Anfang Mai eine zweitägige Schulung im kleineren Kreis erfolgen.

Das Notfalltraining ist eine Chance für Mitarbeiter des St.-Antonius-Hospitals, Wissen und Fertigkeiten zu erwerben, die sie nicht nur im beruflichen Alltag einsetzen können, sondern die sie mitnehmen in ihren privaten Bereich, zu Hause und in der Freizeit – überall dort, wo es im Notfall um Minuten geht.

„Notfalltraining“ ist ein Weiterbildungsangebot, das im Hospital inzwischen seinen festen Platz im Routinebetrieb entwickelt hat und darüber hinaus perspektivisch auch für medizinisches Fachpersonal in Praxen zur Verfügung gestellt werden könnte, heißt es im Bericht aus dem Hospital abschließend.

Quelle:
http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Borken/Gronau/Notfalltraining-Jeder-Handgriff-muss-sitzen

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